Über Norbert Heining
Norbert Heining zählt zu den führenden Experten für Positive Leadership im deutschsprachigen Raum. Er ist Diplom-Psychologe, Autor und Speaker und verfügt über mehr als zwanzig Jahre an Führungserfahrung in nationalen und internationalen Unternehmen. Als zertifizierter PERMA-Lead-Berater, Coach und Trainer verbindet er wissenschaftliche Erkenntnisse mit gelebter Führungspraxis. Seit Jahren bildet er Führungskräfte in Positive Leadership aus und unterstützt Unternehmen dabei, eine positive und leistungsstarke Unternehmenskultur zu entwickeln.
Über die Episode
Willkommen zur Zusammenfassung des aktuellen CULTiTALK mit Norbert Heining, moderiert von Georg Wolfgang. In dieser Folge dreht sich alles um Positive Leadership, die PERMA-Modell-Logik und den Blick hinter die Kulissen moderner Unternehmensführung. Hier bekommst Du alle Insights und Gedanken aus dem Gespräch – kompakt und direkt auf den Punkt.
Georg Wolfgang begrüßt die Hörer*innen herzlich und stellt seinen Gast vor: Norbert Heining, Inhaber von Change Positive, Experte für Positive Leadership und positive Psychologie sowie frischgebackener Buchautor („Erfolgsfaktor Positive Leadership“). Die beiden verbindet eine Zusammenarbeit rund um das PERMA-Modul im Rahmen von Culturizer und das Positive Leadership Forum in München, wo sie sich erstmals begegnet sind. Schon in den ersten Minuten wird klar: Hier treffen sich zwei, die für das Thema Führung brennen.
Wer ist Norbert Heining?
Norbert Heining gibt einen kurzen Einblick in seinen Werdegang: Ursprünglich Diplom-Psychologe, startete er im Personalbereich einer großen Münchner Bank, leitete dann zehn Jahre das Personalwesen bei Coca Cola und ist heute selbständig. Sein Fokus: Nicht Therapie, sondern die Frage, was Menschen in Organisationen erfolgreicher macht und wie Unternehmen davon profitieren.
Positive Leadership – Vom Konzept zur gelebten Unternehmenskultur
Schon früh im Gespräch wird herausgearbeitet, worum es bei Positive Leadership wirklich geht:
- Positive Leadership ist kein netter Wohlfühlansatz. Es geht um hohe Leistung UND Menschlichkeit im Unternehmen.
- Die Ergebnisse sind messbar: Umsatzsteigerung, weniger Krankenstand, geringere Burnout-Raten, bessere Schlafqualität der Mitarbeitenden, höhere Veränderungsbereitschaft und stärkere Loyalität zum Unternehmen.
- Positive Leadership wirkt nicht nur im Arbeitskontext, sondern auch ins Privatleben.
Georg Wolfgang betont, dass die gesellschaftliche Debatte oft von falschen Vorstellungen geprägt ist: Leistung wird häufig mit Druck und „Rausquetschen“ verwechselt, dabei zeigen empirische Studien klare Effekte einer Kultur, die auf Wohlbefinden und Stärken setzt – echte Performance entsteht so nachhaltiger.
PERMA-Modell: Die fünf Dimensionen für positive Führung
Der Kern der Episode ist das PERMA-Modell aus der positiven Psychologie, welches Norbert Heining prägnant erklärt:
- P – Positive Emotions: Mitarbeitende erleben Freude und Zufriedenheit in der Arbeit.
- E – Engagement: Fokus auf Stärkenorientierung. Führungskräfte erkennen die Talente ihrer Teams und fördern diese gezielt.
- R – Relationships: Qualität der Beziehungen und Teamspirit werden gestärkt. Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Konfliktfähigkeit stehen im Vordergrund.
- M – Meaning: Sinn erleben in der eigenen Arbeit und in den Strukturen/Prozessen. Regelungen werden nur dann wirklich akzeptiert, wenn sie nachvollziehbar sind.
- A – Accomplishment: Erfolge wahrnehmen und würdigen, statt nur Todo-Listen im Kopf zu haben. Gemeinsame Reflexion schafft Motivation und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
In der Diskussion wird schnell klar, dass jede der fünf Dimensionen „ein eigenes Universum“ ist. Wer das Modell nur oberflächlich versteht, verschenkt enormes Potenzial. Die tatsächliche Wirkung entfaltet sich erst, wenn man wirklich in die Tiefe geht und praxistauglich reflektiert.
Praxisbeispiele & Führungsalltag
Georg Wolfgang und Norbert Heining bringen viele konkrete Beispiele ein, etwa aus dem Einzelhandel (Regel „Kasse abschöpfen“ – Sinnvermittlung wirkt Wunder), Arbeitssicherheitsmaßnahmen, oder den Münchner Straßenverkehr, wo die Sinnhaftigkeit von Regeln oft fragwürdig ist.
Das Modell funktioniert in großen wie kleinen Unternehmen, im Gesundheitswesen und sogar in der Polizei. Entscheidend ist der bewusste Umgang mit Sinnhaftigkeit und die Frage: Wie vermittle ich als Führungskraft Purpose, nicht nur als abgehobenes Ideal, sondern im Arbeitsalltag?
Schwerpunkt Engagement: Stärkenorientierung statt Defizitepolizei
Ein Highlight der Episode ist das Engagement-Modul (das „E“ in PERMA): Norbert Heining schildert eine Fallstudie aus der Industrie, bei der eine Führungskraft erkennt, dass sein Mitarbeiter zwar Spitzenleistungen bringt, aber bei der Dokumentation regelmäßig scheitert. Statt mit Kritik und Druck zu reagieren, wird die Aufgabe geteilt und eine Assistenz eingestellt. Das Ergebnis: Produktivität verdoppelt sich, Zufriedenheit steigt.
Es entsteht eine Diskussion darüber, wie wenig Stärkenorientierung in unserer Arbeitswelt und besonders im Bildungssystem verankert sind. Gerade das Beispiel der Bundesjugendspiele unterstreicht, dass häufig Defizite betont werden, anstatt die vorhandenen Talente zu fördern und auszubauen.
Die zentrale Erkenntnis: Wir müssen lernen, nicht nur Kompetenzen zu erkennen („Was kann jemand?“), sondern tatsächlich persönliche Stärken („Was fällt leicht? Wofür brennt jemand?“). Kompetenz ohne Stärken kostet Energie, während Stärken Energie geben. Die Führungskraft ist verantwortlich, Stärken zu erkennen und Potenziale im Team zu entfalten.
Gesellschaftliche & strukturelle Perspektive
Es gibt auch kritische Töne: In vielen Organisationen werden Führungskräfte nicht nach ihren Stärken ausgewählt, sondern weil sie Karriere machen wollen oder die besten Fachleute sind. Dies führt häufig zu einer Fehlbesetzung, da die Anforderungen an Führung – Empathie, Konfliktfähigkeit, Sinnstiftung – ganz andere Stärken voraussetzen, als die reine Fachkompetenz. Auch sogenannte Fachkarrierepfade oder Projektleiterkarrieren lösen dieses Problem oft nicht wirklich, solange Führung noch mit Macht und Entscheidung gleichgesetzt wird.
Die Lösung liegt – auch für Norbert Heining – in einer systematischen Trennung von Fach- und Führungsrollen. Kompetenzen und Stärken müssen nicht identisch sein, und Führung ist dann erfolgreich, wenn sie die passenden Stärken mitbringt und diese ausleben kann. Entwicklung ist möglich, aber die Grundlogik darf nicht vergessen werden: Nur die Passung von Aufgabe und persönlichen Stärken sorgt für echtes Wachstum – für die Führungskraft und das Unternehmen.
Persönliche Entwicklung, Teamdynamik & Potenzialentfaltung
Wer sich mit seinen eigenen Stärken beschäftigt, ist resilienter und selbstwirksamer. Führungen können und sollen systematisch die Stärken in Teams herausarbeiten und fördern (z. B. durch Stärkenanalysen, wie dem Strengthsfinder). Jeder kann sich weiterentwickeln, aber Peak Performance entsteht, wenn Kompetenz und Stärke deckungsgleich sind – sowohl individuell als auch im Teamgefüge.
Ganz konkret raten die beiden: Stärken sind nie endgültig definiert, sondern entwickeln sich dynamisch weiter. Regelmäßige Reflexion, Teamtage und offener Dialog sind der Schlüssel, um sich als Organisation immer wieder neu auszurichten und weiterzuentwickeln.
Positive Leadership ist kein nettes Add-on oder harmoniebesoffener Wohlfühlanspruch. Es ist ein wissenschaftlich fundiertes, alltagstaugliches Konzept, um Unternehmen nachhaltig leistungsfähig, gesund und attraktiv zu machen.
- Wohlbefinden der Mitarbeitenden ist die Basis für echte, nachhaltige Performance.
- Stärkenorientierung bedeutet, Potenzial zu heben statt Defizite zu bestrafen.
- Sinnstiftung und die Reflexion von Purpose auf allen Ebenen sind essentiell für Motivation und Veränderungsbereitschaft.
- Führung ist ein Job für Menschen, die Lust darauf haben, mit Menschen zu arbeiten – und nicht zwangsläufig für die besten Fachleute.
- Das PERMA-Modell ist robust, differenziert und für jedes Unternehmen adaptierbar, wenn es wirklich gelebt und nicht nur als Framework verstanden wird.
Der Appell am Ende: Beschäftige Dich mit Deinen eigenen Stärken – am besten jeden Tag ein bisschen mehr. Und als Führungskraft: Sei mutig, Stärken zu fördern, Sinn zu vermitteln und Potenziale zu heben – statt nur Anforderungen zu erfüllen.
Ausblick und Einladung
Wenn Dich das Thema interessiert: Das Positive Leadership Forum findet am 19. & 20. März 2026 in München wieder statt. Eine Top-Adresse, um sich auszutauschen, zu vernetzen und neue Impulse zu bekommen – mit Vorbildern aus ganz unterschiedlichen Branchen und Organisationen.
Zur Weiterbeschäftigung empfehlen die Hosts das Buch von Norbert Heining „Erfolgsfaktor Positive Leadership“ sowie die Angebote von Culturizer, wo Positive Leadership lebendig und praxistauglich gemacht wird.
Alle Links zu Norbert Heining:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/norbert-heining/
Unternehmen: www.change-positive.de