Über Dr. Sebastian Rosengrün
Dr. Sebastian Rosengrün ist Gründer und Geschäftsführer des AI Impact Lab in Berlin und vereint KI- Knowhow mit strategischem Weitblick und digitaler Verantwortung. Als Berater, Forscher und Dozent hat er zahlreiche KI-Projekte initiiert und geleitet, darunter Initiativen zur Entwicklung ethischer Leitlinien für Start-ups und Unternehmen. An der Universität Augsburg und dem Center for Responsible AI Technologies leitet er ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zu ethischer Führung in der KI-gestützten Produktion. Mit seinen wegweisenden Veröffentlichungen zur KI-Ethik und digitalen Transformation prägt er seit Jahren wichtige Debatten. Als gefragter Keynote Speaker inspiriert er zu einem reflektierten,
verantwortungsvollen Einsatz von KI in Wirtschaft und Gesellschaft.
Über Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann
Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann ist Gründer und Direktor des AI Startup Center, wo in weniger als einem Jahr bereits über 30 KI-Startups angesiedelt wurden, darunter renommierte Spin-offs der ETH Zürich und der Universität Cambridge. Er versteht sich als Cluster-Unternehmer, der ganze Cluster oder Geschäfts- und Innovationsökosysteme erfolgreich aufbaut und verwaltet, anstatt nur einzelne Unternehmen.
Besonders motiviert ihn, die Innovationen von Start-ups in nachhaltige Auswirkungen auf die Wirtschaft und etablierte Unternehmen zu bringen. Er ist selbst seit vielen Jahren Unternehmer und KI-Unternehmer und verfügt über erfolgreiche Exit- und Start-up-Erfahrungen in verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, die Schweiz und Malawi. Mit seiner umfangreichen praktischen Erfahrung sowie einem Doktortitel in Finanzwissenschaften und einem Doktortitel in Philosophie (Ethik der KI) ist Christian ein ausgewiesener Experte und Vordenker in Fragen des ethischen Kapitalismus.
Über die Episode
Diese Ausgabe vom CULTiTALK bringt drei Experten zusammen, die auf lebendige und praxisnahe Weise diskutieren, worauf es im Zeitalter künstlicher Intelligenz wirklich ankommt: Menschlichkeit, Führung und Ethik. Unsere Gesprächspartner sind Georg Wolfgang als Host sowie die Gäste Dr. Sebastian Rosengrün und Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann, beide führende Köpfe im Bereich KI und ethische Unternehmensführung.
Intro und Kontexteinstieg
Zu Beginn gibt Georg Wolfgang einen kurzen Überblick, warum diese Folge etwas Besonderes ist: Die Gäste wurden von Miriam vom Haufe Verlag zusammengebracht, da beide gerade ein Buch zum Thema ethische Führung im Zeitalter KI veröffentlichen – „Mensch macht Maschine“. Gleichzeitig erscheint auch das neue Buch von Georg Wolfgang mit Marcus Bingenheimer-Zimmermann „Leadership League“, was diesen Podcast als Cross-Promotion und Deep Dive ins Thema auszeichnet.
Wer sind Sebastian und Christian?
Dr. Sebastian Rosengrün stellt sich vor als Gründer des AI Impact Labs in Berlin, das die Brücke zwischen AI-Compliance und Innovation schlägt. Er forscht aktiv zur ethischen Führung im KI-Zeitalter; bereits vor dem KI-Hype war verantwortungsvolle KI-Implementierung sein Thema. Das Buch mit Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann entstand nach gemeinsamen Podcasts und intensiven Gesprächen, mit dem Ziel: Führungskräfte mit Hands-on-Tipps bei der verantwortungsvollen Navigation durch das KI-Zeitalter zu unterstützen.
Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann ergänzt: Nach seinem Finanzwissenschafts-Doktorat stieg er in die Startup-Welt ein, immer begleitet von KI-Themen. Er leitet in Zürich das AI Startup Center und bringt die Praxisperspektive ein: Wie gehen Unternehmer verantwortungsvoll mit KI um? Beide verbindet die Frage nach ethischer Führung, sowohl wissenschaftlich als auch praktisch.
Buchgenese: Wie entstehen KI-Handbücher für Führungskräfte?
Es zeigt sich, dass erfolgreiche Bücher oft aus persönlicher Begegnung oder Podcasts entstehen. Dr. Sebastian Rosengrün und Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann wollten explizit keinen dicken Wälzer mit theoretischen Ausführungen schaffen, sondern einen praxisnahen Ratgeber in Form von 17 einzelnen, losgelöst lesbaren Tipps. Zielgruppe: Vielbeschäftigte Führungskräfte, die substanzielle, umsetzbare Leitfäden statt eine akademische Abhandlung benötigen. Checklisten und Praxis-Leitfäden runden das Buch ab.
Das Spannungsfeld: Wissenschaft vs. Praxis
Die Folge arbeitet das Spannungsfeld heraus: Wie findet man eine Balance zwischen wissenschaftlicher Fundierung und praxisorientierter Lesbarkeit? Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann erzählt, dass ihre Lektor ihre unterschiedliche Handschrift gespiegelt hat – Dr. Sebastian Rosengrün schreibt zugänglicher und prägnanter, was die Güte der Argumente nicht schmälert, sondern bereichert. Die unterschiedlichen Perspektiven und Stile machen das Buch abwechslungsreich und zugänglich, ohne die Tiefe zu verlieren.
Auch Georg Wolfgang berichtet, wie sein eigenes Buch durch den Podcast entstand und wie literarische Pässe (Business vs. Fußball) verschiedene Sichtweisen spielerisch verbinden. Die Dynamik des gemeinsamen Buchschreibens und die Schnittmengen der Themen werden als Bereicherung empfunden.
Themenfokus: Zwischenmenschliches Beziehungsmanagement im KI-Zeitalter
Ein zentrales Kapitel widmet sich der Frage: Wie bleibt Beziehungsmanagement zwischen Menschen zentral, auch wenn KI-Technologie immer stärker in der Arbeitswelt präsent ist? Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann plädiert leidenschaftlich dafür, Beziehungspflege nicht der KI zu überlassen. Gerade im Kontext von Startups und LinkedIn sieht man, wie KI-basierte Outreachs und Lead-Generierung oft die Beziehungsebene verfehlen. Die wirklich wertvollen Kontakte entstehen durch authentisches, menschliches Interesse – nicht durch generierte Nachrichten.
Der Tipp: In Empathie investieren, nicht in kurzfristigen Egoismus und Automatisierung von Beziehungspflege. Im Fokus steht, den Menschen nicht zum bloßen Transaktionspartner zu degradieren.
Kommunikation: KI als Chance und Herausforderung
Georg Wolfgang stellt die These, dass KI vielen Menschen in puncto Kommunikationstechniken überlegen ist: KI kann Empathie-Techniken programmatisch „anwenden“, was selbst im Reasoning von Tools sichtbar wird. Beispiel: Eine KI erkennt, dass erst eine emotionale Ebene adressiert werden muss, bevor es an Lösungen geht – Fähigkeiten, die viele Menschen nicht aktivieren.
Dr. Sebastian Rosengrün sieht darin keinen Widerspruch: Die durchschnittliche Kommunikation, die KI abliefert, wäre für viele Menschen ein Fortschritt – vor allem bei „Alltagskommunikation“ (E-Mail, Anschreiben). KI kann als Sparringpartner genutzt werden, aber der Grundsatz bleibt: Beziehungsmanagement sollte nicht automatisiert, sondern entlastet und bewusst gestaltet werden. Die gewonnene Zeit und Effizienz durch KI sollte in echte Begegnung investiert werden – nach innen (Mitarbeiterführung) und außen (Kundenkontakt).
Führung & Charakterbildung: Mehr als Fachkompetenz
Ein weiteres Herzstück der Folge ist das Kapitel über Führung: „Führen nicht nur mit Fachkompetenz, sondern mit Weltwissen, Charakter und Neugier“. Dr. Sebastian Rosengrün betont, dass technische Skills zwar notwendig sind, aber Überblickswissen und die Fähigkeit, Perspektiven zu verbinden, essentiell für moderne Führung bleiben.
Im Kontext KI verschieben sich die Anforderungen: Charakterbildung, Weltoffenheit, Neugier, Verständnis für andere Disziplinen und Kulturen, Fähigkeit zur Kommunikation und Tugenden werden wichtiger. Ethik ist nicht die Antwort im Sinne von „Was darfst du nicht?“, sondern sollte als wertorientierte, selbstreflektierte Haltung begriffen werden. Ziel ist nicht, ein Regelwerk zu erstellen, sondern den Raum zur Entwicklung von Werten zu schaffen.
Unternehmen tragen Verantwortung, Menschen nicht nur „einzukaufen“, sondern Persönlichkeitsentwicklung und Humanismus zu fördern – ohne dies auf Zertifikate, Pflichtschulungen oder Richtlinien zu reduzieren. Die echte Wirkung entsteht im Reflexions- und Erfahrungsraum und durch psychologische Sicherheit: Fehler machen zu dürfen und daran zu wachsen. Dieses Verständnis ist nicht nur altruistisch, sondern auch produktivitäts- und innovationsfördernd.
Ethikrichtlinien: Warum „Abhak-Workshops“ nicht reichen
Viele Unternehmen wollen Ethikrichtlinien für KI einführen und bitten Dr. Sebastian Rosengrün als Experten um fertige Konzepte. Er entlarvt den Trugschluss: Arbeitsanweisungen und Richtlinien sind nur wirksam, wenn sie gemeinsam entwickelt und gelebt werden. Es geht darum, Erprobungsräume zu schaffen und das Mindset für verantwortungsvollen Umgang zu fördern – nicht nur um rechtlich „sauber“ zu sein, sondern um Werte tatsächlich zu verankern.
Gefahren der KI: Selbstüberschätzung und Vernachlässigung menschlicher Fähigkeiten
Georg Wolfgang äußert seine Sorge, dass generative KI zu maßloser Selbstüberschätzung führe – plausible Ergebnisse, auch wenn die Kompetenz fehlt. Das eigene Unvermögen bleibt oft unbemerkt, was bei greifbaren Tätigkeiten (z. B. Handwerk) sofort sichtbar wird.
Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann sieht das genauso: Schon der Chatbot ELIZA in den 60er Jahren wurde mit menschlicher Empathie verwechselt, obwohl er nur Fragen paraphrasierte. Jetzt, mit leistungsstarker KI, verschlimmert sich das Problem. Zwar outsourced man Aufgaben effizient, aber Effektivität und menschliche Feinheiten gehen verloren. Gleichzeitig werden Fähigkeiten, die Menschen besitzen (z. B. emotionale Intelligenz), durch KI vernachlässigt – dabei sollten wir unser eigenes Potenzial nicht unterschätzen.
Fazit und Ausblick
Die Essenz dieser Folge: KI ist ein mächtiges Werkzeug, bringt aber Führungskräfte und Unternehmen keinesfalls um die Notwendigkeit von menschlichen Fähigkeiten, Charakter und verantwortungsvollem Umgang herum. Mehr noch: Die Ansprüche an Empathie, Reflexion und Kommunikationsfähigkeit steigen. KI entlastet, ersetzt aber keine echte Beziehungspflege und Persönlichkeitsentwicklung. Leadership und Humanismus werden im KI-Zeitalter relevanter denn je.
Der Appell der Sprecher: Neugierig bleiben, offen für andere Kulturen und Perspektiven sein, und KI experimentell und kritisch einsetzen. Unternehmen müssen Reflexions- und Erfahrungsräume schaffen – für Wachstum, Charakterbildung und echte Menschlichkeit. Ein bloßes Abarbeiten von Richtlinien oder Zertifikaten ist zu kurz gedacht; es geht um echte Transformation und Haltung.
Buchtipp
Wer tiefer einsteigen möchte, dem werden beide Bücher ans Herz gelegt – sowohl „Mensch macht Maschine“ von Dr. Sebastian Rosengrün und Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann, als auch „Leadership League“ von Georg Wolfgang und Marcus Bingenheimer-Zimmermann. Sie bieten noch weitere Blickwinkel und Praxistipps zur Führung und Verantwortung im Zeitalter der KI.
Kurz gesagt
Dieser CULTiTALK ist eine Einladung, das Thema KI im Kontext Führung und Ethik neu zu denken: Neugierig, kritisch, menschlich – mit Leidenschaft für echte Beziehungen und Charakterbildung. Denn auch im digitalen Zeitalter bleibt eines unverzichtbar: Der Mensch im Mittelpunkt.
Alle Links zu Dr. Sebastian Rosengrün:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sebastian-rosengruen/
Unternehmen: www.ai-impact.net
Alle Links zu Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann:
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Unternehmen: http://www.technopark.ch