Über die Episode

In dieser besonderen CULTiTALK-Solo-Folge nimmt Georg seine Hörer:innen mit auf eine kurze Reise ohne externe Gäste. Zum Anlass gibt ihm der Start der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada, ein Tag, der für Georg als bekennenden Fußballfan eine ganz eigene Bedeutung hat. Gleichzeitig schafft er damit den perfekten Übergang zu seinem aktuellen Buch „Leadership League“, das er gemeinsam mit Marcus Bingenheimer-Zimmermann geschrieben und im Haufe Verlag veröffentlicht hat.

Georg kündigt an, dass er künftig immer wieder Solo-„Inside“-Episoden einstreuen möchte – kurze thematische Deep Dives, inspiriert und inhaltlich motiviert vom Buch und aktuellen sportlichen und unternehmensbezogenen Entwicklungen. Das Ziel: Impulse, Learnings und Denkanstöße aus der Schnittmenge von Fußball, Leadership und Unternehmenskultur.

Stimmung vor der WM: Euphorie vs. Zurückhaltung

Direkt zu Beginn schildert Georg seine ganz persönliche Gefühlslage: Trotz all der Vorfreude, der konsumierten Podcasts, Recaps und Artikel zur anstehenden Weltmeisterschaft bleibt die ganz große Euphorie diesmal (noch) aus – sowohl bei ihm selbst, als auch gefühlt auf den Straßen. Er zieht Parallelen zur Atmosphäre vergangener Turniere, wie der EM vor zwei Jahren oder dem „Sommermärchen“ in Deutschland, in denen die Erwartungshaltung und Begeisterung spürbar größer war.

Ihm fällt auf, wie schnell sich die Dynamiken bezüglich Vorfreude und Identifikation verändert haben: War die Stimmung während des Sommermärchens von Überschwang und Zusammengehörigkeit geprägt, scheint heute eine gewisse Skepsis oder Zurückhaltung zu überwiegen.

Was kommt zuerst? Leistung oder Begeisterung?

Diese Differenz in der Stimmung bringt Georg auf ein grundlegendes Thema aus Leadership und Kulturführung: Was muss zuerst da sein, damit ein Team – sei es im Fußball oder in Unternehmen – wirklich zur Hochleistung aufläuft? Braucht es erst die überragende Leistung, damit sich Begeisterung einstellen kann, oder ist es umgekehrt wichtig, erst einmal zusammen zu feiern und Euphorie zu entfachen, um dann das Team zu Höchstleistungen zu pushen?

Gerade bei der Nationalmannschaft stellt sich die Frage: Sollten Fans und Gesellschaft bedingungslos hinter dem Team stehen, als Motivationsinput vor der ersten großen Bewährungsprobe, oder müssen Mannschaft und Verantwortliche zuerst mitreißende Erfolge liefern, damit die Fans anschließend in Euphorie verfallen? Für Georg ist dies ein Spiegelbild von Erwartungsmustern, die auch viele Unternehmen und Organisationen prägen.

Parallelen zu Unternehmenskultur

Georg zieht eine direkte Brücke zur Unternehmenskultur: Oft wird in Unternehmen von Mitarbeitenden sowie Führungskräften permanent Höchstleistung erwartet. Gleichzeitig ist das Feiern von Zwischenschritten, Erfolgen, ja selbst von kreativem Scheitern häufig wenig verankert oder fällt ganz weg. Das Resultat: Selbst wenn etwas Großartiges erreicht wird, fehlt nicht selten die kollektive Freude und Motivation für das nächste Level. Langfristig wirkt sich das negativ auf Energie, Innovationskraft und die Bereitschaft aus, noch einmal „die Extra-Meile“ zu gehen.

Er fragt kritisch, ob wir nicht von anderen Nationen lernen können, die ihre Teams oftmals bereits vorab mit Euphorie und Erwartungen pushen und kollektiv für eine Atmosphäre sorgen, in der Leistungsfreude und Zusammenhalt wachsen können. Auch im Unternehmenskontext sieht er das große Potenzial darin, Vorschuss-Begeisterung auszusprechen und emotionale Intelligenz im Leadership vorzuleben. Eine proaktive, bedingungslose Wertschätzung könnte Performance und Engagement enorm steigern.

Entstehungsgeschichte von „Leadership League“

Im Anschluss gibt Georg einen spannenden Einblick in die Entstehungsgeschichte seines Buchs „Leadership League“. Die Initialzündung kam nach einer CULTiTALK-Episode mit Marcus Bingenheimer-Zimmermann, der aus der Praxis des Profifußballs schöpft: Als langjähriger HR-Leiter beim VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt kennt er die Dynamik von Teamleistung und Unternehmenskultur aus dem Effeff; später wechselte er in die Industrie und strategische HR-Positionen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Schnittstelle zwischen Fußball und Unternehmenswelt enorm viele Parallelen und Lerneffekte bietet – sowohl auf der Spieler-, als auch der Organisationsebene. Wie beeinflusst Kultur beispielsweise die Position eines Teams auf der Tabelle? Welche Rolle spielen Identität, Leadership und emotionale Intelligenz im Erfolg?

Nach der Aufnahme vertieften die beiden den Austausch und entwickelten peu à peu die Idee, das Thema in einem Buch zu bündeln. Die Synergie: Marcus übernimmt die Fußballperspektive und Insights aus dem Profifußball; Georg bringt die Perspektive der Organisations- und Führungskultur ein.

Vom Podcast zum Buch: Die Umsetzung

Besonders aufschlussreich ist die Beschreibung des Entstehungsprozesses. So pitchte Georg die Buchidee bei Miriam vom Haufe Verlag, bekam prompt positives Feedback, woraufhin die beiden Autoren mit Strukturierung, Recherche und gemeinsamer Schreibarbeit begannen. Im Februar erschien dann das fertige Werk.

Für Georg persönlich ist die Veröffentlichung nicht nur ein Meilenstein, sondern auch ein Schritt in eine neue Identität als Buchautor. Mit der „Leadership League“ wollten die Autoren ganz bewusst kein klassisches Fußballbuch für Nerds oder ein reines Management-Handbuch schreiben. Zielgruppe sind Menschen aus Unternehmen jeder Größe, egal ob Startup oder Großkonzern. Im Mittelpunkt steht die Metapher Fußball – Methoden, Dynamiken und Erfolgsfaktoren, die unmittelbar auf Unternehmensrealität und Führungsaufgaben übertragen werden können.

Die zentralen Themen von „Leadership League“

Das Buch behandelt eine Vielfalt an Themenfeldern:

  • Umgang mit Krisen, Rückständen und Temporückschlägen
  • Kommunikation und Feedbackkultur, situatives Coaching und moderne Rollenverständnisse von Coaches/Führungskräften
  • Wie justiere ich im laufenden Spiel bzw. Projekt meine Taktik?
  • Und vor allem: Wie gelingt es, den vielzitierten „Spirit“ einer Fußballkabine ins Unternehmen zu bringen? Wie lässt sich dieser Spirit etablieren und langfristig kultivieren?

Das Mantra der Autoren lautet: „Die Kabine schlägt den Konferenzraum“. Das bedeutet: Die echte Energie und Identifikation findet in den Momenten statt, in denen Teams abseits von Öffentlichkeit und Kontrolle ihre Bindung und Resilienz stärken. Ein Erfolgsgeheimnis, von dem sich Unternehmensführung inspirieren lassen kann.

Fußball als Leadership-Labor: Insights und Beobachtungen

Abschließend beschreibt Georg, wie sich seine Sicht auf Fußball durch seine Beschäftigung mit Leadership kontextualisiert hat. Die WM ist für ihn mehr denn je ein „Live-Labor“ für Leadership: Interviews, Analysen, Rollenverhalten, Kommunikation, Umgang mit Rückschlägen – all das interessiert ihn weit über das Ergebnis hinaus. Er beobachtet genau, wie Julian Nagelsmann sich positioniert, wie das Team mit Rückschlägen wie der Verletzung junger Talente wie Leonard Karl umgeht, und sucht gezielt nach Implikationen für Unternehmenskultur und Leadershippraktiken.

Ausblick und Community

Zum Abschluss gibt Georg – wie gewohnt mit viel Energie und persönlicher Note – einen Ausblick: Wer Lust hat, wird eingeladen, das Buch „Leadership League“ zu lesen (der Link dazu findet sich in der Beschreibung). Außerdem motiviert er die Community, mit ihm auf LinkedIn in Kontakt zu treten – und die Frage zu teilen: Wie ist eure persönliche Stimmung zur aktuellen WM? Wartet ihr auf Erfolge, bevor ihr begeistert seid – oder seid ihr „sofort“ im Deutschland-Modus?

Mit einem Gruß an alle Fußball- und Leadership-Nerds beendet Georg die Folge und macht Lust auf kommende Episoden, in denen er weiterhin die Schnittstelle von Sport, Leadership und Unternehmenskultur erforschen und diskutieren wird.

Fazit

Mit seinem Solo-Format nimmt Georg seine Hörer:innen mit auf einen persönlichen, kritischen und leidenschaftlichen Streifzug durch Fußball- und Führungskultur. Er schafft es, aktuelle sportliche Geschehnisse und persönliche Erfahrungen mit universellen Leadership-Themen zu verbinden – und macht Lust auf mehr CULTiTALK, mehr Begeisterung und mehr mutige, proaktive Unternehmenskultur.