Über die Episode
In dieser kompakten Solo-Episode beschäftigt sich Georg mit den zentralen Themen Leadership, Teamidentität, Leitbildern und der spannenden Verbindung zwischen Profifußball und Unternehmenskultur. Ausgehend von aktuellen Ereignissen im Fußball – konkret dem sagenhaften 7:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao – zieht Georg Parallelen zur Team- und Führungskultur in Unternehmen und stellt spannende Fragen zur deutschen Mentalität im Umgang mit Erfolg und Leistung.
Begeisterung vs. Leistung – Was kommt zuerst?
Eingangs spricht Georg über die jüngste Euphorie rund um das Länderspiel der deutschen Nationalelf. Trotz eines klaren 7:1-Siegs gegen Curaçao registriert er, wie schnell in Medien und am Stammtisch relativiert, kritisiert und auf negative Aspekte geblickt wird. Diese Haltung in Deutschland – immer auf Fehler oder das, was noch nicht perfekt ist, zu schauen – kontrastiert er mit dem Umgang der gegnerischen Fans, die trotz klarer Niederlage ihr Team feiern und stolz sind.
Für Georg ist das die Einstiegshypothese: „Was kommt zuerst – die Begeisterung oder die Leistung?“ Gerade in Teams, egal ob Sport oder Business, sei die Begeisterung ein entscheidender Antreiber – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch diese Episode zieht.
Das „Spielfeld abstecken“ – Leitbilder und deren Stellenwert
Im Rückgriff auf das erste Kapitel seines Buchs „Leadership League“, das er gemeinsam mit Markus schrieb, lenkt Georg den Blick auf die Ausgangsfrage jedes Teams: Wofür machen wir das Ganze eigentlich? Er erklärt, dass Leitbilder und Werte oft als reine Marketingbotschaften verstanden werden, dabei aber echte Kraft entfalten, wenn sie authentisch mit Leben gefüllt sind und zur Kulturentwicklung beitragen.
Georg hebt hervor, dass ein Leitbild mehr ist als ein Spruch an der Wand: Es muss Teil des täglichen Handelns und Entscheidens werden. Das gelte im Profifußball wie im Unternehmen, etwa am Beispiel der deutschen Nationalmannschaft und deren Suche nach einer eigenen Identität – Stichwort: „Die Mannschaft“. Elemente wie Teamgeist, gemeinsames Angreifen und Verteidigen sind für ihn keine leeren Phrasen, sondern gelebte Identität auf dem Spielfeld.
Golden Circle: Why, How, What im Teamkontext
Ein zentrales Modell für Georg ist der „Golden Circle“ von Simon Sinek: Why – How – What. Er betont, dass Erfolg (z.B. der WM-Titel) immer ein Outcome ist, das sich einstellt, wenn das Team das „Why“ überzeugend lebt – also den eigentlichen Antrieb, den höheren Sinn definiert und in die Kultur überträgt. Dieses Missverständnis des „Why“ sieht er auch oft in Organisationen.
Das eigentliche „Leistungsprinzip“ im Team – etwa unter Bundestrainer Julian Nagelsmann – besteht laut Georg nicht allein in messbarer Leistung auf dem Platz, sondern auch darin, den Teamgeist und Zusammenhalt zu stärken. Menschen im Kader, die vielleicht nicht die Besten im Verein waren, leisten ihren Beitrag, weil sie das große Ganze stärken. Rollen wie der „Unterstützer von der Bank“ sind für den Gesamterfolg ebenso essentiell wie die Stars auf dem Platz.
Leistungskultur und Performance neu gedacht
Georg weitet den Blick auf Unternehmen: Es geht nicht um möglichst viel Anstrengung, sondern um smarte, effektive, teamdienliche Leistung. Wer an den richtigen Stellen unterstützt, Reibungsverluste reduziert und Schnittstellen managt, trägt genauso zur High-Performance bei wie Top-Innovator:innen. Performance Culture ist für ihn das Ergebnis, wenn Leitbild und Purpose stimmig sind und alle im Team dafür alles geben.
Struktur und Kultur – Das Zusammenspiel
Ein weiterer Fokus liegt für Georg auf dem Spannungsfeld von Struktur und Kultur. Struktur könne zwar Verhalten beeinflussen, aber Kulturen entstehen vor allem, wenn Teams gemeinsam reflektieren, wie sie Dinge tun, wie sie anders machen könnten, und dies auch dürfen. Eine erfolgreiche Transformation gelingt nur, wenn beide Faktoren zusammenspielen.
Er illustriert dies am Beispiel von Eigenverantwortung in Unternehmen: Fordere ich als Führungskraft Eigenverantwortung, blockiere diese aber durch starre Hierarchien oder bürokratische Prozesse, werde ich niemals eine echte Kultur der Selbstverantwortung etablieren können.
Praxisbeispiele aus dem Fußball
Abschließend unterstreicht Georg mit Beispielen aus der Fußballwelt, wie leistungsstarke Identitätsstiftungen in Vereinen funktionieren können. „Spürbar anders“ beim 1. FC Köln, „Mia san Mia“ beim FC Bayern und „Mehr als ein Club“ beim FC Barcelona stehen für authentische, gelebte Identität, die weit über Marketingmottos hinausreichen. Sie prägen das Verhalten auf und neben dem Platz, im Verein und bei den Fans, und schaffen eine kollektive Haltung, die auch wirtschaftlich erfolgreich macht.
Fazit:
Georg gelingt in dieser Folge der Brückenschlag zwischen Fußball und Business: Begeisterung, Teamidentität, sinnstiftende Leitbilder und das bewusste Zusammenspiel von Struktur und Kultur entscheiden darüber, wie erfolgreich Teams agieren – ob auf dem Platz oder im Unternehmen. Wer Leitbilder nur als schmückende Slogans versteht, verspielt Potenzial. Wer sie lebt, sorgt für nachhaltigen Erfolg.
Alle Links zu Georg und dem Culturizer:
Georg: https://www.linkedin.com/in/georg-wolfgang
Culturizer: https://culturizer.app
CULTiTALK: https://cultitalk.de