Über Christina Pallmann
Christina ist als Expertin und Führungskraft für Employer Branding, Talentmanagement und Change seit mehr als 15 Jahren im Personal- und Projektmanagement zu Hause. Zusätzlich ist sie seit 15 Jahren als Dozentin für Kommunikations- und Führungstechniken für mehrere Hochschulen tätig.
Über diese Folge
In der neuesten CULTiTALK-Folge trifft Georg auf Christina Pallmann, eine ausgewiesene Expertin für People & Culture, Change-Management und Employer Branding. Das Gespräch dreht sich intensiv um Haltung, Herausforderungen und Chancen von Veränderungsprozessen in Unternehmen – und warum Employer Branding weit mehr ist als plakative Slogans.
Wer ist Christina Pallmann?
Christina Pallmann bringt über 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft im Personalbereich mit – von Personalentwicklung, Talent Acquisition, Employer Branding bis zu zahlreichen Change- und Kulturwandelprojekten. Parallel ist sie langjährige Dozentin für Kommunikation und Führung an verschiedenen Hochschulen. Ihr Herz schlägt spürbar für Menschen und zukunftsfähige Unternehmenskulturen.
Veränderung als Dauerzustand: Warum Change anstrengend bleibt
Zu Beginn reflektiert Georg die gestiegene Dynamik von Veränderungen in Organisationen und fragt, warum viele Führungskräfte und Teams trotzdem immer noch erschöpft oder gar genervt reagieren – obwohl wir Change schon lange als Dauerzustand erleben. Christina bestätigt: Die Komplexität und die Zahl paralleler Projekte haben enorm zugenommen, gerade auch seit Corona. In vielen Kontexten fehlt jedoch Verständnis dafür, dass Veränderungen heute selten linear und planbar ablaufen, sondern vielmehr multiperspektivisch und kontinuierlich challenges mit sich bringen.
Christina betont, dass Führungskräfte je nach Charakter oder Lebensphase unterschiedlich mit Wandel umgehen. Wer eher auf Stabilität aus ist, empfindet den permanenten Wandel als unangenehm, sehnt sich nach Ruhe und zeigt Widerstand. Doch der Druck bleibt hoch: Weder Organisationen noch Individuen werden sich der Notwendigkeit entziehen können, Change fortlaufend zu leben.
Haltung entscheidet: Von Frust zu konstruktiver Einbindung
Im Gespräch wird klar, dass gelungener Wandel weniger eine Frage von Tools, sondern sehr viel mehr ein Thema von Haltung ist. Christina unterstreicht, wie entscheidend es ist, Mitarbeitende und Führungskräfte nicht nur kognitiv, sondern emotional zu erreichen und einzubinden. Der Frustpegel steigt, wenn eine Organisation Veränderungen lediglich als einzelne Projekte „abarbeitet“ und dabei Mensch und Kultur vernachlässigt. Hier schließt sich der Kreis zum Employer Branding.
Georg bringt ein, dass viele Change-Prozesse zu kurz greifen, weil sie bis zum „Go Live“ denken und nicht daran, wie tief neue Abläufe, Tools oder Strukturen tatsächlich verankert und angenommen sind. Christina plädiert für ein längeres, nachhaltiges Begleiten von Veränderungen – erst wenn Mitarbeitende befähigt sind, mit einer Neuerung produktiv umzugehen, ist das Projekt wirklich abgeschlossen. Sie empfiehlt, positive Erfahrungen und real messbare Fortschritte auch längere Zeit nach der offiziellen Einführung zu überprüfen.
Wertschätzung und Sicherheit auf Mikro-Ebene
Eine zentrale Rolle spielt für beide die Vermittlung von Sicherheit im Wandel. Nicht im Sinne von statischer Stabilität, sondern als Mikrosicherheit: Wissen, woran man ist, Verlässlichkeit in Prozessen, offene Kommunikation, Klarheit über die nächsten Schritte und echte Einbindung. Laut Christina erzeugt das – auch ohne absolute Planbarkeit – ein Umfeld, in dem Transformation als sinnvoll und zumutbar erlebt werden kann.
Gleichzeitig differenzieren Georg und Christina, dass Wertschätzung weit mehr ist als Lob oder Schulterklopfen. Sie zielt auf das Gefühl, gesehen, beteiligt, gehört und fair behandelt zu werden. Für belastbare Arbeitgebermarken und erfolgreiche Transformationen ist genau diese gelebte Wertschätzung entscheidend – und sie zeigt sich besonders im und nach schwierigen, auch schmerzhaften Change-Prozessen, etwa bei Restrukturierungen oder Personalabbau.
Der Einfluss von Employer Branding im Change
Christina erläutert, dass Employer Branding kein „buntes Bildchen“ ist, sondern die Substanz einer Organisation spiegelt: Wie werden Menschen bei Veränderungen behandelt? Wird fair und wertschätzend auch mit denen umgegangen, die das Unternehmen verlassen müssen? Wird auch für die Verbleibenden sichtbar, dass Humanität zählt? Genau das prägt nachhaltig sowohl die Innen- als auch die Außensicht einer Organisation – und zahlt direkt auf Loyalität, Motivation und Leistungsfähigkeit ein. Wer als Arbeitgeber mit Authentizität durch Wandel geht, behält gute Leute und zieht passende, neue Talente an.
Authentizität schafft Orientierung – und die richtigen Menschen
Zum Punkt Authentizität wagen die beiden eine Vision: Unternehmen profitieren enorm, wenn sie offen sagen, wo sie auf ihrer Reise stehen. Ein glaubwürdiges Employer Branding kommuniziert nicht nur Ziele, sondern auch aktuelle Defizite – beispielsweise „Wir sind erst zu 30 Prozent eigenverantwortlich aufgestellt, suchen aber Mitgestalter:innen, die das mit uns vorantreiben“. So zieht man genau die passenden Menschen für die jeweilige Phase an, schafft die dringend benötigte Kohärenz zwischen Selbstbild und Alltagserleben und differenziert sich im Wettbewerb.
Fazit der Folge
Georg und Christina plädieren gemeinsam für einen spürbaren Wandel im Umgang mit Change und Employer Branding. Wertschätzung, Transparenz und Einbindung sind keine „weichen Faktoren“, sondern messbare Erfolgshebel in der Transformation. Employer Branding ist gelebte Kultur – und die Entscheidung, ob ein Unternehmen souverän durch den Wandel geht, fällt im täglichen Erleben aller Menschen, die ein Teil davon sind. Wer das beherzigt, ist auf dem richtigen Weg, die Herausforderungen unserer Zeit produktiv, menschlich und zukunftsfähig zu meistern.
Alle Links zu Christina Pallmann:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christinapallmann/
Unternehmen: https://www.linkedin.com/company/globus-markthallen-holding-gmbh-co-kg/