Über Kathrina Meisl

Kathrina hat schon früh für sich erkannt, dass sie sich nicht auf eine einzige Disziplin festlegen möchte. Während viele Menschen ihren Schwerpunkt in Wirtschaft, Technologie oder Recht finden, haben sie vor allem die Schnittstellen zwischen diesen Welten fasziniert. Ihre ausgeprägte Neugier begleitet sie bis heute – nicht selten liest sie mehrere Bücher gleichzeitig, jedes zu einem völlig anderen Thema. Diese Vielseitigkeit, kombiniert mit einem bodenständigen Hintergrund, führte sie 2010 zunächst zu einem dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Siemens AG. Es folgten ein berufsbegleitender Master of Laws mit Schwerpunkt Mergers & Acquisitions sowie ein Postgraduate Diploma in Management und Leadership. Rückblickend war das weniger das Ergebnis eines klassischen Karriereplans als vielmehr Ausdruck ihrer Neugier und ihres Wunsches zu verstehen, wie Unternehmen funktionieren, wie Entscheidungen entstehen und wie Veränderung erfolgreich gestaltet werden kann. Beruflich war Kathrina in den Bereichen Finance, Strategie, Unternehmensentwicklung und Mergers & Acquisitions tätig, bevor sie 2022 Verantwortung im internationalen operativen Projektgeschäft in der IT-Sicherheit übernahm. Dabei hat sie gelernt, dass die spannendsten Herausforderungen genau dort entstehen, wo es noch keine fertigen Antworten gibt. In diesem Umfeld fühlt sie sich besonders wohl – nicht, weil sie Risiken sucht, sondern weil sie Chancen erkennt, die anderen oft verborgen bleiben. Heute verbindet Kathrina wirtschaftliches, juristisches und technologisches Verständnis mit strategischem Denken und einem ausgeprägten Blick für komplexe Zusammenhänge. Genau diese interdisziplinäre Perspektive macht sie zu einer spannenden Gesprächspartnerin, wenn es um Zukunftsthemen, Transformation und die Gestaltung von Veränderung geht.

Über diese Folge

Die aktuelle Episode bringt Georg mit einer beeindruckenden Führungspersönlichkeit ins Gespräch: Kathrina, Managing Director International und Global Head of Customer Projects bei einem international agierenden IT-Sicherheitsunternehmen. Beide teilen eine Faszination für Führung, Organisationsentwicklung und insbesondere für das Thema Mergers & Acquisitions (M&A) und die damit verbundenen Herausforderungen.

Einstieg und Vorstellung

Das Gespräch startet mit einer Offenheit und Neugier, die sich durch die komplette Folge zieht. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer eigenen (vielfältigen) Rolle im Unternehmen und der Vorstellung der secunet Security Networks AG  – einem Unternehmen, das sich auf ein breites Spektrum von IT-Sicherheitslösungen für öffentliche und private Kunden spezialisiert hat – schlägt Kathrina einen Bogen von ihrer persönlichen Entwicklung hin zu den großen Themen, die in ihrer Arbeit eine Rolle spielen: IT-Sicherheit auf höchstem Niveau, Kundenprojekte in sicherheitskritischen Bereichen wie Grenzkontrolle, und vor allem die besondere Herausforderung, Organisationseinheiten nach Übernahmen zu integrieren.

Mergers & Acquisitions – Komplexität und Culture Fit

Einer der zentralen Schwerpunkte ist das Thema M&A. Kathrina berichtet von ihren prägendsten Erfahrungen im Bereich Unternehmenskäufe und -integration. Die Diskussion fokussiert sich auf die immense Komplexität, die durch M&A-Prozesse entsteht: Es gehe nie nur um Zahlen, Bewertungen und strategische Fit-Analysen, sondern immer um einen ganzheitlichen Blick auf Unternehmen und deren Wertschöpfungskette.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema „Best of Both“-Ansatz in der Integration – ein häufig propagierter, aber nur schwer umsetzbarer Ansatz, da in reality oft doch das größere oder kaufende Unternehmen dominiert. Die Folge: Versprechen an Mitarbeitende werden in der Hitze des Gefechts gern gemacht, aber können häufig nicht gehalten werden, was Unsicherheit und Vertrauensverlust fördert.

Mehrfach geht es darum, wie unterschätzt der „kulturelle“ Aspekt und das Change Management im Integrationsprozess bleiben. Trotz strategischer Planung, Due Diligence und begleitender Prozesse fehle es häufig an kontinuierlicher, transparenter Kommunikation und echter Einbindung der Mitarbeitenden – sowohl auf Seiten der Käufer als auch bei den Übernommenen. Die Folge: Klassische „Wir vs. Ihr“-Effekte bleiben lange bestehen, Identitätsfragen und unterschwellige Konflikte verhindern eine tatsächliche Integration.

Führungsverständnis, Leadership-Entscheidung und die eigene Entwicklung

Ein weiterer zentraler Themenblock ist das Führungsverständnis. Kathrina und Georg sprechen offen darüber, dass viele Führungskräfte ihre Rolle aus den „falschen“ Gründen einnehmen: nicht aus Leidenschaft für Menschen und Teams, sondern aus Karrieregründen oder weil es im Unternehmen keinen alternativen Entwicklungspfad gibt. Beide stimmen überein, dass eine erfolgreiche Führungskraft vor allem eines braucht: eine starke, intrinsische Motivation, Freude an der Entwicklung von Menschen und die Bereitschaft, Verantwortung für Teamdynamik und individuelle Entwicklung zu übernehmen.

Kathrina betont, dass Führung kein fixer Skill, sondern eine stetige Reise ist. Sie macht deutlich, wie sie sich selbst regelmäßig mithilfe von Mentoren, Coaches und dem offenen Dialog mit Peers weiterentwickelt. Sich selbst immer wieder zu reflektieren und auch fremde Perspektiven bewusst einzuholen, sind für sie Erfolgsfaktoren, die sie mit Beispielen aus dem Spitzensport und den dort typischen Entwicklungspfaden untermauert.

Die Rolle von Kommunikation und psychologischer Sicherheit

Die Diskussion hebt die Bedeutung von authentischer, kontinuierlicher Kommunikation hervor. Gerade in Veränderungsprozessen – und explizit in M&A-Kontexten – sei es zentral, Erwartungen zu managen, Unsicherheiten zu adressieren und sowohl prozessuale als auch inhaltliche Informationen so früh und offen wie möglich zu teilen. Psychologische Sicherheit wird als fundamentales Element leistungsstarker Teams herausgestellt: Es geht um ein Umfeld, in dem unterschiedliche Meinungen erwünscht sind, in dem offen gestritten und genauso offen wieder zusammengefunden werden darf. Klarheit, Zuverlässigkeit und die stete Einladung zur Beteiligung prägen dabei Kathrinas Führungsstil.

Praktische Führungsimpulse

Kathrina beschreibt ihre eigene Führungsphilosophie als „hart, aber fair“. Sie setzt auf klare Erwartungen, Verantwortung und einen offenen Umgang mit Fehlern und Konflikten, gepaart mit einer großen Portion Wertschätzung und Zugewandtheit. Ihr ist es wichtig, bei allen nötigen Ansprüchen menschlich zu bleiben: harte Diskussionen in der Sache, aber immer achtsam und respektvoll im Umgang. Georg ergänzt, dass beides kein Widerspruch sei – im Gegenteil: Genau darin liege die Kunst authentischer Führung.

Abschließende Gedanken

Das Gespräch endet mit der klaren Überzeugung, dass Fortschritt in Unternehmenskultur, Führung und Zusammenarbeit niemals abgeschlossen ist – und dass es Menschen braucht, die Leidenschaft für ihre Teams, Lernbereitschaft und Mut zur Weiterentwicklung in den Mittelpunkt stellen. Kathrina dient in dieser Folge als inspirierendes Vorbild für moderne Führung, basierend auf Klarheit, Ehrlichkeit, Lernfreude und der unerschütterlichen Überzeugung, dass High Performance-Teamkultur immer bei Führung beginnt.

Wer Kultur, Teamführung und Veränderung nicht nur als Buzzwords versteht, sondern als echte Herausforderung begreifen möchte, erhält mit dieser Folge ehrliche Einblicke, praktische Impulse und eine große Portion Inspiration.