Über Sebastian Wittmann

Sebastian ist Team- und Organisationsentwickler. Ihn interessiert es viel mehr, was Menschen einzigartig macht, als das, was sie nicht können. Er ist Gründer der StärkenEffekt GmbH, die es sich zum Ziel gesetzt, das sichtbar zu machen, was sonst nicht so einfach zu erkennen ist: eure Zusammenarbeit.

Über diese Folge

In dieser inspirierenden Folge empfängt Georg den Organisationsentwickler und Autor Sebastian Wittmann als Gesprächspartner. Beide teilen nicht nur ihre Begeisterung für Persönlichkeitsentwicklung und Stärkenorientierung, sondern beleuchten auch kritisch und humorvoll die Stolpersteine und Potenziale im deutschen Schulsystem, in Unternehmen und Führungsetagen. Die Folge ist ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Menschlichkeit, Mut zur Veränderung und die bewusste Nutzung individueller Stärken.

Einführung und Werdegang

Die Folge startet locker und persönlich: Georg begrüßt Sebastian Wittmann, geht auf dessen Bücher „Stärkenradar – Entdecke, was dich wertvoll macht“ sowie das augenzwinkernde „Raus aus der Meetlife Crisis“ ein und holt die ZuhörerInnen ab beim Thema Stärkenorientierung. Sebastian Wittmann, Gründer der StärkenEffekt GmbH, berichtet von seiner eigenen Suche nach dem, was Menschen einzigartig macht – und wie daraus die Mission wurde, Andersartigkeit im Arbeitsumfeld zu fördern. Mit dem Stärkenradar-Check haben seitdem über 20.000 Menschen ihre individuellen Stärken entdeckt.

Das deutsche Schulsystem: Chance oder Hindernis?

Ein Schwerpunkt zu Beginn ist der kritische Blick auf das deutsche Schulsystem. Georg erzählt offen von seinen schlechten Schulnoten, die wenig mit seinem späteren Erfolg in Studium und Beruf zu tun hatten. Beide sind sich einig, dass das Schulsystem vor allem Durchschnitt fördert und wenig Raum für individuelle Stärkenentwicklung bietet.

Georg ist überzeugt: Die Normierung und große Klassen verhindern, dass Kinder und Jugendliche ihre einzigartigen Stärken früh entdecken und ausleben. Sebastian Wittmann, selbst ehemaliger Lehrer, bestätigt das und fordert grundlegende Veränderungen – kleinere Gruppen, keine starre Fächertrennung und vor allem Lehrkräfte, die wirklich Menschen entwickeln wollen, anstatt Sicherheit und Verbeamtung zu suchen. Sein Vorschlag: Lehramt sollte stärker leistungs- und motivationsbasiert ausgewählt und besser bezahlt werden.

Warum fällt es Erwachsenen so schwer, ihre Stärken zu benennen?

Die beiden sprechen darüber, dass viele erwachsen erst im Job oder durch Coaching ihre Stärken (wieder-)entdecken – häufig, weil sie im System Schule und später in Unternehmen durch Defizitorientierung vernachlässigt wurden. Sebastian Wittmann zitiert Forschung, nach der zwei Drittel der Menschen ihre eigenen Stärken nicht benennen können. In Workshops begegnet er immer wieder Menschen, die ihre Talente als Schwächen wahrgenommen haben, weil diese nicht in die gesellschaftlich geforderten Raster passen.

Defizitorientierung im Unternehmen und in der Führung

Anschließend wenden sich die beiden der Arbeitswelt zu: Hier, so Georg und Sebastian Wittmann, setzt sich die Defizitorientierung fort – etwa in Mitarbeitergesprächen oder Assessment-Centern, die vor allem auf Schwächen und Fehler fokussieren. Führung wird in vielen Unternehmen vor allem als Kontrolle statt als Entwicklungsaufgabe verstanden.

Beide betonen: Stärkenorientierung ist kein Wohlfühlthema, sondern hat messbare, positive Auswirkungen auf Engagement, Produktivität und Gesundheit der Mitarbeitenden. Es braucht jedoch eine Unternehmenskultur und Führung, die das konsequent lebt – und den Mut, alte Glaubenssätze und Gewohnheiten zu hinterfragen. Führung ist für sie eine professionelle Rolle, die darauf ausgerichtet sein sollte, Menschen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.

Kommunikation als Erfolgsfaktor

Ein weiteres zentrales Thema: Kommunikation. Die Hosts stellen heraus, dass Basics der Kommunikation immer wieder aktiv trainiert und angewendet werden müssen – ähnlich wie Profi-Fußballer Grundtechniken wiederholen. Je komplexer eine Botschaft, desto komplexer sollte auch das Medium sein, mit dem sie transportiert wird. Gerade in Führungs- und Teamkontexten macht das den Unterschied zwischen Klarheit und Missverständnis.

Meetings und die Meetlife Crisis

Angesprochen wird auch das zweite Buch von Sebastian Wittmann, „Raus aus der Meetlife Crisis“. Hier teilen die beiden ihre Erfahrungen, wie Meeting-Kultur im Unternehmen produktiver und menschlicher gestaltet werden kann: weniger Sitzungen, klarere Ziele, mehr Mut zur Reduktion und zum Hinterfragen, warum und wie Meetings stattfinden. Statt goldener Regeln plädieren beide für differenzierte und bedarfsorientierte Lösungen.

Persönliche Stärken und Abschluss

Am Ende der Folge teilt Sebastian Wittmann seine eigene Lieblingsstärke: die Metaebene. Die Fähigkeit, Perspektiven zu wechseln, Dinge systemisch zu betrachten und Sinnzusammenhänge herzustellen, ist für ihn Berufung und Herausforderung zugleich. Georg ergänzt, dass genau diese Art der Reflexion und Begeisterung für Entwicklung ansteckend wirkt und den Spirit des Podcasts trifft.

Fazit

Die Folge ist eine inspirierende Einladung, Schule, Unternehmen und vor allem sich selbst neu zu denken. Wer sich fragt, warum Stärkenorientierung mehr ist als ein Trend oder wie aus Meetings wieder produktive Begegnungen werden, findet hier viele Denkanstöße. Sympathisch, pointiert und voller praktischer Tipps – das ist CULTiTALK mit Georg und Sebastian Wittmann.

Alle Links zu Sebastian Wittmann:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sebastianwittmann/

Unternehmen: www.staerkeneffekt.de