Über Christiane Moston
Christiane Moston ist Cultural Lead AI Transformation bei Diamant Software und sitzt täglich genau dort, wo die meisten Unternehmen gerade scheitern: an der Schnittstelle zwischen AI-Transformation und Führungsalltag. Als ausgebildete Juristin hat sie früh gemerkt, dass das, was sie wirklich antreibt, nicht Paragraphen sind sondern Menschen in Veränderung. Seitdem hat sie einen ungewöhnlichen Weg durch Organisationen verschiedenster Branchen gemacht: immer dort, wo Wandel passiert und wo Menschen begleitet werden müssen, die mittendrin stehen. Heute verantwortet sie bei Diamant Programme, die genau das adressieren, was AI-Transformation so oft fehlt: die kulturelle Grundlage, auf der sie erst
wirklich landen kann.
Über diese Folge
In dieser Folge begrüßt Georg die Expertin für KI-Transformation Christiane Moston von der Diamant Software GmbH. Das Gespräch eröffnet tiefe Einblicke in die Transformation eines traditionsreichen Mittelstandsunternehmens, das mitten in einer rasanten KI-getriebenen Umstrukturierung steckt. Die beiden sprechen offen darüber, wie sich nicht nur Prozesse, sondern auch Rollen, Führung und Unternehmenskultur fundamental verändern.
Wer ist Christiane Moston?
Christiane ist bei Diamant Software als „Cultural Lead AI Transformation, Expert Leadership in Transformation“ tätig. Das Unternehmen ist seit über 45 Jahren am Markt und spezialisiert sich auf Rechnungswesen und Controlling für den Mittelstand. Mit rund 350 Mitarbeitenden und einem neuen Investor an Bord steht Diamant Software aktuell vor einer radikalen Neuausrichtung, bei der Künstliche Intelligenz ins Zentrum der Unternehmensstrategie rückt. Christianes Rolle ist es, sicherzustellen, dass der kulturelle Wandel mit der technischen Transformation Schritt hält und nicht zur Nebensächlichkeit verkommt.
Von Change zu „Deep Transformation“
Georg und Christiane betonen den Unterschied zwischen herkömmlichen Veränderungsprozessen und der aktuellen KI-Transformation. Christiane nutzt hierfür das passende Bild: Während Change wie die Umgestaltung eines Wohnraums sei, gleicht Transformation dem Abriss und Neubau des Hauses – während man noch darin wohnt.
Die gesamte Organisation arbeitet aktuell unter hoher Geschwindigkeit und ambitionierten Zielen daran, KI ganzheitlich zu implementieren. Anders als in vielen Unternehmen, in denen KI-Einführung fragmentiert oder eher experimentell bleibt, verfolgt Diamant Software einen 360-Grad-Ansatz. Jeder Bereich, jeder Prozess wird auf KI-Potenzial geprüft und entsprechend neu ausgerichtet. Diese Dynamik erzeugt sowohl Begeisterung als auch Unsicherheit und Stress unter den Mitarbeitenden.
Führung und Kultur im Wandel
Etwas, das sich wie ein roter Faden durch das Gespräch zieht, ist die Herausforderung für Führungskräfte. Traditionell werden sie dafür belohnt, Sicherheit und klare Antworten zu liefern – doch genau das ist derzeit kaum möglich. Die Rollen verschieben sich: Von taktischer Planung hin zu Flexibilität, Transparenz und Navigieren im Unbekannten.
Georg und Christiane analysieren, wie schwer es ist, gewohnte Führungs- und Verhaltensmuster abzulegen. Die Organisation muss lernen, mit Unsicherheit umzugehen, Eigenverantwortung zu stärken und Fehler wie auch Unwissenheit nicht als Schwäche, sondern als Teil der Veränderung offen zu thematisieren. Dabei gilt es nicht nur, Strukturen oder Tools zu erneuern, sondern vor allem Grundhaltungen zu hinterfragen und neue Routinen zu etablieren.
KI-Einführung am Beispiel Support
Besonders anschaulich wird der Wandel in einem Support-Team bei Diamant Software, das durch KI-Lösungen und neue Teamstrukturen einen massiven Leistungsschub erlebt hat. Durch den Einsatz des KI-Agenten konnte das Team nicht nur die Zahl offener Tickets von 400 auf 80 senken, sondern spürte auch eine neue kollektive Freude und Motivation bei der Arbeit.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor war hier, dass sowohl die Technik als auch die Teamkultur im Fokus standen: Es wurden gezielt neue Rollen geschaffen, wie Teamkoordinatoren oder das „AI Content Lab“, das dafür sorgt, dass KI mit den richtigen Inhalten gefüttert wird. Damit zeigt Diamant, wie Transformation gelingen kann, wenn man nicht nur Prozesse, sondern auch Menschen und deren Zusammenarbeit im Blick behält.
Demokratisierung von Wissen & neue Führung
Georg und Christiane diskutieren die zunehmende Demokratisierung von Wissen und Entscheidungen dank KI. Die klassische Machtdistanz in der Organisation wird abgebaut; Augenhöhe und Expertise gewinnen an Bedeutung, Hierarchien geraten ins Wanken. Führung heißt nun, Verantwortungsräume nach unten zu verlagern und Teams zu empowern, mutig zu handeln, zu experimentieren und aus Fehlern zu lernen.
Wertschätzung rückt als Kriterium für Freude und Leistungsfähigkeit ins Zentrum, verstanden als echtes Interesse an den Mitarbeitenden und ihrer Expertise – nicht bloß als Lob von oben. Gerade in einem kulturell starken Unternehmen wie Diamant Software, das lange familiengeführt war, bildet dieses Menschenbild die Grundlage für einen erfolgreichen Wandel.
Gesellschaftliche Verantwortung und Ausblick
Christiane berichtet, dass Diamant Software sich auch bewusst mit Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung auseinandersetzt: Wie sichert man Nachwuchs und Karrierepfade, wenn KI immer mehr klassische Arbeitsfelder übernimmt? Diamant geht den steinigen Weg, Young Talents zu fördern, verantwortlich zu wachsen und nicht rein auf kurzfristige Effizienz zu setzen.
Das Gespräch endet optimistisch: Georg und Christiane sind sich einig, dass Transformation gelingt, wenn Unternehmen nicht nur auf Tools, sondern auf Haltung, Mut, echtes Miteinander und Lernbereitschaft setzen – auch, wenn das Ziel nicht immer von Anfang an feststeht.
Alle Links zu Christiane Moston:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christiane-moston/
Unternehmen: http://www.diamant-software.de