Über Marco Eder

Marco Eder ist Führungskraft in der Medizintechnik und interessiert sich besonders für die Themen Führung, Teamarbeit und persönliche Entwicklung. Er ist überzeugt, dass gute Ergebnisse oft dort entstehen, wo Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten und ihre Stärken einbringen können.

Über diese Folge

In dieser inspirierenden Episode vom CULTiTALK spricht Georg mit Marco Eder, Gruppenleiter in der Produktion bei MED-EL, einem Purpose-getriebenen Unternehmen mit Sitz in Innsbruck. Das Gespräch gewährt tiefe Einblicke in Führung, Teamarbeit und die sinnstiftende Arbeit bei einem Hidden Champion der Medizintechnik.

MED-EL – Ein Purpose-getriebenes Unternehmen

Zu Beginn stellt Georg Marco als erfahrenen Produktionsgruppenleiter vor, der seine gesamte Laufbahn bei MED-EL verbracht hat. MED-EL produziert in Innsbruck mit über 2.000 Mitarbeitenden weltweit Hörimplantate, die tauben Menschen das Hören und damit die Teilhabe am Leben wieder ermöglichen. Marco beschreibt, wie diese Technologie funktioniert: Ein vollständig implantiertes Hörsystem – bestehend aus internen und externen Teilen – nimmt Geräusche auf, wandelt sie um und leitet sie an den Hörnerv weiter. Die Auswirkungen sind beeindruckend – Kinder, die taub geboren wurden, können mit dem Implantat musizieren, schwimmen oder Fußball spielen und ein weitgehend normales Leben führen.

Dabei ist nicht nur das Produkt Purpose-getrieben, sondern auch die Unternehmensphilosophie. Georg betont den Unterschied, ob ein Unternehmen schlicht wirtschaftlich denkt oder sich an einer Mission orientiert. Bei MED-EL steht stets der Mensch und die Verbesserung seiner Lebensqualität an erster Stelle. Besonders geprägt ist das Unternehmen durch die Gründerin und CEO Dr. Ingeborg Hochmair, deren leidenschaftliches Engagement stets spürbar ist.

Eine der eindrucksvollsten Geschichten, die Marco erzählt, ist die über einen ehemaligen Mitbewerber, dessen Kunden durch eine Insolvenz plötzlich keine Ersatzteile mehr bekamen. MED-EL beschloss, diese Menschen kostenlos zu versorgen – ein Ausdruck tiefer Überzeugung und echter Verantwortung.

Führungsverständnis: Mehr als nur Zahlen

Nach einer Einführung in Marcos persönlichen Werdegang richtet Georg den Fokus auf Marcos Verständnis von Führung. Marco schildert, wie er lange Zeit Führung als Karrierefortschritt und „Zahlen erreichen“ verstanden hat. Erst schrittweise, über verschiedene Positionen, verändert sich sein Blick: Führung ist keine rein formale Aufgabe, sondern bedeutet, Potenziale seiner Mitarbeitenden zu heben und als Mensch präsent zu sein. Was Marco wichtig ist: Die Entwicklung von Vertrauen, psychologischer Sicherheit und echter Dialog in der Zusammenarbeit.

Lernen am Menschen: Nah dran, konsequent, wertschätzend

Ein prägendes Erlebnis teilt Marco, als er nach interner Bewerbung die Leitung eines 100-köpfigen Teams antritt. Statt sich nur auf seine eigenen, direkten Führungskräfte zu konzentrieren, paukt er im Vorfeld mit Foto-Kärtchen die Namen aller Mitarbeitenden ein. Am ersten Tag spricht er jede Person mit Namen an – echte Wertschätzung und ein authentischer Einstieg auf Augenhöhe. Georg hebt hervor, wie selten solche Konsequenz tatsächlich gelebt wird und warum dies mehr ist als bloße Nettigkeit.

Marcos Führungsstil ist geprägt von Nähe und regelmäßigen Kontakten. Trotz eines komplexen Produktionssystems mit striktem Tagestakt nimmt er sich Zeit für „gute Morgen“-Runden, persönliche Gespräche und Teambesprechungen – ganz bewusst auch dann, wenn vermeintlich „Wichtigeres“ ansteht. Marco hat gelernt, dass diese investierte Zeit langfristig zahlt: Vertrauen und Teamchemie zahlen auf Produktivität, Zufriedenheit und Stabilität ein.

Feedbackkultur und Raum für Entwicklung

Ein zentrales Element in Marcos Führungsarbeit ist die proaktive Feedbackkultur. Wöchentlich (!) findet mit jedem Teamleiter ein einstündiges, strukturiertes Gespräch statt, das fest im Kalender steht. Anfangs kurz und oberflächlich, entwickelt sich diese Routine mit Vertrauen und Offenheit zu echten Deep Dives – Austausch über berufliches und persönliches, Lob, Schwierigkeiten und Entwicklungsfelder. Marco dokumentiert alles transparent, gibt auch mal Feedback „upside-down“ weiter, und sieht Feedback als echtes Geschenk („auch wenn es nicht immer passt, lege ich es ins Regal und hole es bei Bedarf hervor“).

Besonders betont wird, wie wichtig es ist, den jeweiligen Teamleitenden Freiraum zu lassen, ihre eigene Feedback- und Führungsstruktur zu finden – nicht als Regel, sondern als Prinzip. Ziel ist stets die intensive Beziehung zu den Mitarbeitenden, unabhängig von reinen Leistungskennzahlen.

Resultate: Menschlichkeit & Erfolg gehen Hand in Hand

Am Ende berichtet Marco auch von messbaren Erfolgen: Durch den Aufbau einer nachhaltigen Kultur und kontinuierliche Führungsarbeit hat sein Bereich seit 180 Wochen ohne Unterbrechung sämtliche Produktionsziele erreicht. Nicht als Hauptzweck, sondern als Konsequenz gelebter Werte, echter Beziehung und professioneller Führung.

Georg resümiert das Gespräch als „Führungsmasterclass“ – nicht, weil alles eins zu eins übertragbar ist, sondern weil Marco Prinzipientreue, Menschlichkeit und methodische Konsequenz in einmaliger Art vorlebt und damit sowohl Produktivität als auch Menschlichkeit miteinander verbindet.

Diese Folge zeigt eindrucksvoll: Gute Führung heißt, Räume für echte Begegnungen zu schaffen, Feedback als Entwicklungstreiber zu verstehen und mutig und konsequent an den Menschen orientiert zu handeln. Ein Pflicht-Listening für alle, die Führung als mehr begreifen als das Erreichen von Kennzahlen.

Alle Links zu Marco Eder:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/marco-eder-883484279/

Unternehmen: https://www.medel.com