Über Sonja Kalusche
Sonja Kalusche ist systemische Beraterin, Trainerin und Coach sowie Geschäftsführerin der Kalusche Consulting GmbH in Nürnberg. Seit 2003 begleitet sie Führungskräfte, Teams und Organisationen in Veränderungs- und Kulturentwicklungsprozessen. Ihre Schwerpunkte liegen in der strategischen Team- und Führungskräfteentwicklung, im Coaching sowie in der Begleitung von komplexen Veränderungsprozessen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie Menschen und Organisationen ihr Potenzial entfalten und gemeinsam wachsen können. Mit viel Erfahrung, Neugier und einem systemischen Blick schafft sie Räume, in denen Entwicklung möglich wird.
Über diese Folge
In dieser inspirierenden Episode von CULTiTALK trifft Georg auf Sonja Kalusche, systemische Beraterin, Coach und Geschäftsführerin der Kalusche Consulting GmbH. Das Gespräch dreht sich intensiv um die Rolle und Verantwortung von Beratung im Kontext von Kultur- und Organisationsentwicklung und beleuchtet, wie Veränderung in Unternehmen nachhaltig gelingen kann.
Einstieg in die systemische Beratung
Die Folge beginnt mit einer kurzen Vorstellung von Sonja. Sie hat klassische Betriebswirtschaft studiert und sich früh für das Innenleben von Organisationen interessiert. Nach einigen Jahren in klassischen Prozess- und Auditthemen merkte sie, dass sie sich mehr für die psychologischen Aspekte und die Veränderungsprozesse von und mit Menschen begeistern kann. Ihre Weiterbildung zur systemischen Beraterin und der Wechsel in die Organisationsentwicklung markierten für Sonja den Einstieg in ein „Lifelong Learning“ – ein zentrales Motiv ihres Werdegangs.
Die Perspektiven in der Organisationsberatung
Die Diskussion exploriert die unterschiedlichen Zugänge zur Organisationsentwicklung: Entweder kommen Beratende von der „harten“ Seite, also Strategie und Struktur, oder aus der psychologischen Richtung. Beide Seiten sind für den Erfolg von Veränderungsprozessen notwendig. Ein ganzheitlicher Blick, der beide Perspektiven verbindet, ist entscheidend, um sowohl die Bedürfnisse des Business als auch die der Menschen zu erkennen und anzugehen.
Ein Konzept, das immer wieder diskutiert wird, ist die Anschlussfähigkeit: Beratende müssen verstehen, was Führungskräfte und Mitarbeitende bewegt, und gleichzeitig genügend Irritation bieten, um neue Impulse zu setzen.
Mehrwert externer Beratung
Ein wichtiger Teil des Gesprächs ist die Frage, welchen Mehrwert externe Beratung bietet. Die Gesprächspartner sind sich einig, dass tiefgreifende Kulturentwicklungsprozesse nicht rein intern möglich sind. Externe bieten eine neue Perspektive, können versteckte Muster sichtbar machen und mit einer Systemanalyse den Ausgangspunkt für Veränderungen schaffen. Dennoch ist Beratung nie „entweder oder“, sondern funktioniert am besten als Yin und Yang zwischen internen und externen Kräften.
Hilfe zur Selbsthilfe und Rolle der Beratenden
Ein zentrales Anliegen der Beratenden ist es, Organisationen zu befähigen, Veränderungen eigenständig weiterzutragen. Ziel ist, die eigene Rolle als Berater:in irgendwann unwesentlich zu machen und die Kompetenzen in die Organisation zu bringen. In der Praxis ist das jedoch oft schwierig, denn viele Unternehmen haben keine ausreichende Erfahrung mit nachhaltigen Veränderungsprozessen und unterschätzen den blinden Fleck, der in ihrer Selbstwahrnehmung steckt.
Georg und Sonja sprechen offen über die Professionalität und Ambiguitätstoleranz, die Beratende brauchen: Es kommt häufig zu Rückschritten, Projektergebnisse sind nicht immer planbar, und Wirkung zeigt sich manchmal erst viel später – manchmal auch zunächst unscheinbar.
Haltung zu Führung und Lernkultur
Ein Schlüsselthema, das die Folge durchzieht, ist die Rolle der Führungskräfte im Wandel. Führung wird als komplexe, niemals abgeschlossene Profession betrachtet, die ständiges Lernen und Selbstreflexion erfordert. Die Gesprächspartner kritisieren, dass viele Organisationen Führung immer noch nicht als zentrales gestaltendes Element begreifen und den Stellenwert von kontinuierlicher Weiterentwicklung unterschätzen.
Es wird betont, wie wichtig es ist, Lern- und Entwicklungsmomente für Führungskräfte fest zu verankern, etwa durch feste Zeitfenster pro Woche für Reflexion und persönliche Entwicklung. Das sollte nicht als „add on“ gesehen, sondern wie ein fester Bestandteil der Führungsrolle gemessen und eingefordert werden.
Veränderungsfähigkeit und Kulturarbeit
Das Gespräch reflektiert, dass viele Unternehmen es in ruhigeren Zeiten versäumt haben, echte Veränderungsfähigkeit als strategisches Ziel zu entwickeln. Jetzt, in von Krisen und dauerhaftem Wandel geprägten Zeiten, fehlt diese Fähigkeit oft schmerzlich. Besonders in Krisenzeiten kommt die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Kultur- und Leadership-Initiativen erneut auf. Die beiden sind sich einig: Gerade jetzt ist es entscheidend, an einer verbindlichen Führungskultur zu arbeiten, die nicht nur auf Events und Programme setzt, sondern Führung und Dialog als feste Prinzipien in der Organisation verankert.
Ausblick und Vision
Am Ende der Folge steht die positive Vision, dass die kommenden Jahre Organisationen dazu zwingen werden, echte Leadership- und Lernkultur zu implementieren. Die Kompetenzen der Zukunft werden Empathie, Dialogfähigkeit und Bindung sein – Aspekte, die über rein fachliche Expertise hinausgehen. Die Folge endet mit dem Wunsch beider, diese Entwicklungen aktiv zu gestalten und Führung künftig noch bewusster als lernende, verbindliche Profession zu verstehen.
Diese Folge von CULTiTALK bietet einen tiefen Einblick in die Herausforderungen und Chancen moderner Organisationsberatung, die zentrale Bedeutung von Führung und Lernen und die Notwendigkeit, Kulturarbeit und Veränderungsfähigkeit zur echten strategischen Priorität zu machen.
Alle Links zu Sonja Kalusche:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sonja-kalusche-ab528a66/
Unternehmen: http://www.kalusche-consulting.de