Über Lisa-Marie Schmitz

Lisa-Marie Schmitz ist zertifizierter & professionell ausgebildeter Coach & strategische Sparringspartnerin, mit einem langjährigen Hintergrund in der Unternehmensberatung. Sie begleitet Führungskräfte und Mitarbeitende in einem effizienten Coaching Prozess dabei, bewusst und sich gut anfühlende Entscheidungen zu treffen und umzusetzen – beruflich und privat. Ihre Passion ist es, Menschen zu stärken, in ihrem Potenzial zu arbeiten und zu leben.

Über diese Folge

In dieser spannenden und vielschichtigen CULTiTALK-Episode spricht Georg mit Lisa-Marie Schmitz über zentrale Themen rund um Businesscoaching, Selbstreflexion, Entscheidungsfindung sowie Fokus- und Denkzeit. Das Gespräch bewegt sich zwischen persönlichen Erfahrungen und systemischen Perspektiven im Unternehmenskontext.

Businesscoaching und Hintergrund

Die Folge startet mit einer Vorstellung von Lisa-Marie Schmitz, die nach mehreren Jahren in klassischen Strategieberatungen nun als zertifizierte Businesscoachin und strategische Sparringspartnerin arbeitet. Sie begleitet sowohl Einzelpersonen, vor allem Führungskräfte und Mitarbeitende, als auch Teams und Unternehmen bei kulturellen Entwicklungsprozessen, beim teaminternen Aufbau von Eigenverantwortung oder bei der Untersuchung individueller Motivationen und Stärken. Ihr Beratungsbackground bleibt für sie wertvoll, doch bewusst verlagert sie ihren Fokus vom Systemischen, „Großen“ ins eins-zu-eins Coaching, weil sie den unmittelbaren Impact bei Einzelpersonen als besonders erfüllend erlebt.

Coachinghaltung versus Beratung

Eine der Kernfragen im Gespräch ist: Wie gelingt der Switch von der beratenden Rolle, in der Lösungen und Strategien gefordert sind, hin zur Coachinghaltung, in der Zurückhaltung, aktives Zuhören und das Stellen der richtigen Fragen im Vordergrund stehen? Lisa-Marie schildert prägende Erfahrungen aus ihrer Coachingausbildung, in denen sie gelernt hat, dass die eigene Lösungserfahrung nicht zwangsläufig zur besten Lösung für Klient:innen führt. Sie betont die Wichtigkeit, individuelle Kontexte und Lebenswege zu respektieren und mit Neugier an jede Situation heranzugehen. Ein zentraler Punkt ist, als Coach Räume zu eröffnen, in denen Coachees ihre eigene Antwort finden können – ohne Rat oder vorgefertigte Lösungspakete. Nach außen hin begegne sie so dem weit verbreiteten Missverständnis, Coaching diene vor allem der „Wegcoachen“ von Problemen; tatsächlich sei der eigentliche Mehrwert, nachhaltige Selbstreflexion zu fördern und damit wiederum das Führungshandeln und die Zusammenarbeit in Teams zu stärken.

Die unterschätzte Kraft der Selbstreflexion

Ein wiederkehrender Gesprächsfaden ist die Bedeutung von Selbstreflexion als zentrale Fähigkeit – nicht nur für Führungskräfte, sondern für alle Mitarbeitenden. Die Diskussion thematisiert, dass Selbstreflexion selten explizit als Skill gelistet oder angestrebt wird, dabei jedoch zu den wichtigsten „Future Skills“ für resiliente, lernende Organisationen zählt. Wer in der Lage ist, eigenes Verhalten und eigene Bedürfnisse kritisch zu hinterfragen, kann nicht nur bessere Entscheidungen treffen, sondern auch authentisch kommunizieren und die Beziehungen im beruflichen wie privaten Umfeld konstruktiv gestalten. Die Selbstreflexion ist dabei kein Selbstzweck, sondern bildet das notwendige Fundament für Kompetenzzuwachs, Entwicklung sowie eine gesunde und produktive Streitkultur im Unternehmen.

Entscheidungen verstehen und begleiten

Das Herzstück der Folge ist der gemeinsame Deep Dive zum Thema Entscheidungen. Die Gesprächspartner:innen führen aus, wie unterschiedlich Menschen mit Entscheidungen umgehen – für manche ist es leicht, schnell zu wählen, andere verharren lange in Unentschlossenheit. Im Coaching ist ein häufiges Setting, dass Menschen mit konkreten Entscheidungssituationen zu Lisa-Marie kommen, beispielsweise im Zusammenhang mit beruflichen Veränderungen oder strategischen Weichenstellungen für das eigene Leben. Hier geht es darum, die individuelle (Entscheidungs-)Situation zu klären, persönliche Muster zu beleuchten und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.

Besonders herausgestellt wird, wie wichtig es ist, Entscheidungsprozesse zu reflektieren: Was sind die Optionen? Wie sieht das Worst-Case-Szenario aus? Welche Anteile kommen aus dem sozialen System, welche aus der sachlichen Ebene? Besonders bei großen, komplexen Entscheidungen (z.B. neue Geschäftsfelder, Transformationen) rät Georg, die fachliche und soziale Komplexität getrennt zu analysieren. Wichtig sei, eine bewusste, stimmige Entscheidung für den Moment zu treffen – unabhängig vom späteren Ergebnis, denn viele Entscheidungen sind nicht „falsch“, sondern im Rückblick einfach durch neue Erkenntnisse revidierbar.

Entscheidungskultur und Unternehmenswerte

Ein weiterer Fokus liegt auf der Unternehmenskultur: Eine gesunde Entscheidungskultur ist geprägt von Zeit zur Reflexion, offener Kommunikation über Hintergründe und Optionen sowie dem Mut, Kurskorrekturen offen und transparent einzuleiten. Psychologische Sicherheit im Team spielt dabei eine zentrale Rolle. Was gesellschaftlich und organisational oft als Schwäche interpretiert wird – etwa eine Richtungsänderung – ist in Wirklichkeit Zeichen von Stärke und Anpassungsfähigkeit. Die Werte des Unternehmens und die individuellen Werthaltungen der Mitarbeitenden müssen dabei aufeinander abgestimmt werden. Das Stichwort Cultural Fit ist gerade bei Neueinstellungen von Bedeutung, allerdings sollte der Wunsch nach Homogenität nicht so weit gehen, dass wichtige Impulse für Weiterentwicklung und Innovation verloren gehen.

Fokuszeit, Denkzeit und Flow

Im letzten Teil des Gesprächs beleuchten die beiden das Zusammenspiel von Fokus- und Denkzeit. Während Fokuszeit als störungsfreie, produktive Arbeitsphase gilt, in der Aufgaben konzentriert erledigt werden, meint Denkzeit, sich gezielt dem Nachdenken, Reflektieren und Philosophieren – allein oder im Team – zu widmen. Beide Formate sind essentiell, werden jedoch in Unternehmen noch unterschiedlich (bzw. deutlich zu wenig) legitimiert. Gemeinsam werden praktische Anregungen diskutiert, wie Denkzeit als fester Bestandteil in den Arbeitsalltag integriert werden kann, zum Beispiel durch Meetings ohne Agenda oder kollektive Reflexionsphasen.

Insgesamt entstand eine dichte, inspirierende Unterhaltung, in der Coachingverständnis, Selbstreflexion und bewusste Entscheidungsfindung als Schlüssel für individuelle Entwicklung und lebendige Unternehmenskultur betrachtet werden. Georg und Lisa-Marie gelingt es, praktische Impulse und grundsätzliche Einsichten in einen lebendigen, nachvollziehbaren Dialog zu verweben.

Alle Links zu Lisa-Marie Schmitz:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/lisamarieschmitz/

Unternehmen: www.lisamarieschmitz.de